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Die Kraft der Künste

Die Künste gelten gemeinhin als eine der schönsten Nebensachen der Welt, als überlebensnotwendig werden sie hingegen selten eingestuft. Das scheint auf den ersten Blick logisch, unmittelbar lebensbedrohliche Lebenslagen etwa können die Künste nicht heilen. Bekanntlich gehört zum Menschen aber mehr als die reine leibliche Unversehrtheit. In dieser Hinsicht stellt sich die Relevanz der Künste nochmals anders dar.

Emotion . Transformation . Revolution

Der Mensch ist in der Lage, Kunst hervorzubringen. Erste Zeugnisse künstlerischer Betätigungen sind Höhlenmalereien. In diesen stellten Menschen oft das dar, was sie in ihrer Umwelt erlebten. Bereits hier zeigt sich: Die Kunst ist ein Sprachrohr unseres Weltverständnisses. Kunst hat damit einen Eigenwert.  

Künstlerischer Ausdruck ist dem Menschen innewohnend, was sich deutlich im Kindesalter zeigt: Denn Kinder tanzen, malen und singen ganz von allein, aus eigenem Antrieb heraus. Es ist ein Medium des spielerischen Lernens und eine wesentliche Möglichkeit, mit anderen Menschen und der Welt in Beziehung zu treten.  Die Künste können somit auch als Mittlerin zwischen dem Menschen als Individuum und der menschlichen Gemeinschaft verstanden werden. Sie spiegeln Werte, Traditionen und die Geschichte einer Gesellschaft wider.

Kunst kann uns aber auch auf einer Ebene berühren, wo kognitives Verstehen nicht hinreicht. Der Spruch „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ weist auf diese Fähigkeit der Kunst hin. So zeigen sich die Künste in vielen Therapieansätzen auch als wirksames Mittel, um Menschen ein Medium zum Ausdruck ihrer Gefühle und Schmerzen zu ermöglichen.

Für einige Menschen erweisen sich die Künste auch als Scharnier zu transzendenten Dimensionen. Religionen auf der ganzen Welt haben in vielfacher Weise Kunst hervorgebracht. Kunstwerke hatten und haben dabei oft die Funktion, das Göttliche darzustellen, als Gegenstand zur Anbetung zu dienen oder spirituelle Erkenntnisse zu vermitteln. Sie eröffnen die Möglichkeit, einen Zustand der Transzendenz im Sinne eines „Über-sich-hinaus-Gezogen-Werdens“ zu erleben, welcher wiederum als spirituell empfunden werden kann.

Im 19. Jahrhundert wurde mit der Position „l’art pour l’art“ („Kunst um der Kunst willen“) eine strikte Trennung von Kunst und Leben propagiert. Mit den Erfahrungen des Dritten Reiches veränderte sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts diese Haltung. Vermehrt verbreitete sich die Ansicht, dass Kunst auf eine ganz ureigene Weise wirksam sein kann, ohne dabei rein in der Ästhetik verbleiben zu müssen. In diesem Sinne ermöglicht Kunst eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation und befähigt den Menschen zu einem Umgang mit ihr. Insbesondere für Menschen und Gruppen, die Unterdrückung erfahren, bieten die Künste Möglichkeiten zur Bestärkung, des Trostes und des Protests.

Nachdenklichkeit erzeugen, Fragen hervorbringen, Komplexität deutlich machen, Dinge anders herum denken, dies alles können die Künste, können ästhetische Erfahrungen bewirken. Im Spannungsfeld zwischen Differenz und Affirmation haben sie das Potential einer transformierenden Kraft, denn sie ermöglichen es auch, uns als schöpferisches Wesen zu erleben, in Verbindung mit anderen zu treten und einen Raum für unbegreifliches und non-verbales zu öffnen.

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Online-Reihe Die Kraft der Künste


TERMINÜBERBLICK

  • 07.Mai 2024: Prinzip Hoffnung oder subversive Kraft? Die Rolle von Kunst in Bildung (mehr erfahren)
  • 11. Juni 2024: Kunst und Politik im Spannungsfeld: Zwischen Ästhetik und Aktivismus  (mehr erfahren)
  • 18.Juli 2024: Figuren des Scheiterns im Film: Was Kunst bewirken kann (mehr erfahren)
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Der Gesang der Gesänge Das Hohelied als erotisches Kunstwerk

Das „Hohelied“ im Alten Testament ist ein literarisches Kunstwerk von außerordentlicher Qualität. Zugleich hat die Kunst, nicht zuletzt die Musik, den „Gesang der Gesänge“ immer wieder aufgegriffen und neue Zugänge zu einem alten Text eröffnet. Lassen Sie sich überraschen!


TERMINÜBERBLICK

  • 28. Juni 2024: Der Gesang der Gesänge: Das Hohelied als erotisches Kunstwerk (mehr dazu
Tanz-Performance mit Ariane Hagl "Miteinander"

Menschlichkeit und Solidarität – diese beiden Themen bewegen die Münchner Künstlerin Ariane Hagl stark. Während der Corona-Pandemie hat sie sich malerisch mit der Frage nach dem „guten Leben“ und der Suche nach Verbundenheit auseinandergesetzt. Entstanden ist ein Bilderzyklus, der nun Ausgangspunkt einer interdisziplinären Performance ist. Aus der Überzeugung heraus, dass „gutes Leben“ nur im achtsamen Zusammenleben mit anderen Menschen und Wesen dieser Welt realisiert werden kann, steht das titelgebende Thema des „Miteinander“ im Zentrum. 

 

TERMINÜBERBLICK

  • 26.Juni 2024: Tanz-Performance „Miteinander“ (mehr erfahren
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